Donnerstag, 17.05.2012
Photovoltaik: Kürzung gilt ab 9. März
Berlin - Während Solarbranche und Umweltverbände gegen die angestrebte Förderkürzung bei Solarenergie Sturm laufen, werden neue Details bekannt.
Gegen die aktuellen Kürzungspläne hagelte es Protest aus der Solarbranche. Auf dem Foto bilden Mitarbeiter rheinland-pfälzischer Solarfirmen eine Menschenkette vor dem juwi-Solarpark in Wörrstadt.
© juwi/Axel Schmitz
Die von der Bundesregierung angestrebten Kürzungen
bei der Solarförderung sollen bereits zum 9. März in Kraft treten.
Die Einschnitte sollten zügig umgesetzt werden, damit es bei
Photovoltaik-Anlagen keine "Schlussverkäufe" zu alten, höheren
Fördersätzen gebe, sagte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU). Die für Juli geplante 15-prozentige Absenkung
werde damit verrechnet.
Das neue Solar-Konzept von Röttgen und
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) soll in der nächsten Woche
im Kabinett beschlossen werden. Letztlich muss aber der Bundestag
festlegen, ab wann die Kürzungen gelten.
Details der Förderkürzung
- Kürzungen greifen ab 9. März (bis heute Morgen noch 1. April)
- Nur 90 Prozent Stromabnahme zu garantierten Preisen; neue Kleinanlagen: 85 Prozent
- Übriger Strom muss selbst verbraucht oder vermarktet werden
- Ab Mai: Zusätzliche Förderkürzung (Degression) von 0,15 Cent je Kilowattstunde je Anlage je Monat
- Anlagen bis 10 kW: 20,2 Prozent Kürzung auf 19,5 Cent/kWh
- Anlagen ab 10 bis 1.000 kW: zwischen 25 und 29 Prozent Kürzung auf 16,5 Cent/ kWh
- Anlagen größer als 1.000 kW: rund 26 Prozent Kürzung auf 13,5 Cent/ kWh
- Anlagen über 10.000 kW: Vergütung entfällt künftig ganz
- Bonus für den Eigenverbrauch entfällt
- Kontinuierliche Absenkung des jährlichen Zubaukorridors ab 2014 um 400 MW
- Ab 2017: Zubaukorridor zwischen 900 bis 1.900 MW
jährlich
Solarbranche und Umweltverbände laufen Sturm
Heftige Protest hagelt es von Umweltverbänden und vor allem aus der Solarbranche. "Was hier
geplant ist, ist ein Solar-Ausstiegsgesetz. Dem Solarstrom soll der
Stecker gezogen werden", sagte der Hauptgeschäftsführer des
Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, heute in
Berlin. "Die Existenz von vielen zehntausend Arbeitsplätzen in einer
der wichtigsten Zukunftsbranchen steht auf dem Spiel." Bundesweit protestierten dem Verband der Solarwirtschaft zufolge heute tausende Beschäftigte der Solarindustrie gegen die
Kürzungen.
Greenpeace bezeichnet die Einigung als "Installationsverbot", der NABU hält die Ministerpläne für "völlig überzogen".
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pd/dpa
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