Montag, 21.05.2012
Ukraine: Weizenproduktion mindestens ein Drittel kleiner
Die Auswinterungsschäden in der Ukraine dürften bei Wintergetreide rund drei Millionen Hektar betragen und bei Raps rund 0,5 Millionen Hektar. Das teilte das Landwirtschaftsministerium gestern mit.
In Deutschland erwarten wir eine so schwache Winterweizenernte, wie seit Jahren nicht mehr.
© Mühlhausen/landpixel
Allerdings ist man sich über die endgültigen Schäden nicht wirklich sicher, denn ein Drittel der Wintersaaten befand sich bereits vor dem Kälteeinbruch in schlechtem Zustand. Der ukrainische Landwirtschaftsminister erwartet die kommende
Getreideernte deshalb innerhalb einer Spanne von 42 bis 50 Millionen Tonnen. Im letzten Jahr brachten die ukrainischen Landwirte mit 56,7 Millionen Tonnen eine Rekordernte ein. Davon waren rund 22 Millionen Tonnen (Mio. t) Weizen, 22,5 Mio. t Mais und rund neun Millionen Tonnen Gerste.
Neue Weizenernte erlaubt kaum Exporte
Durch die kleinere Ernte werden wohl kaum Exporte möglich sein.
Das ukrainische Landwirtschaftsministerium schätzte die neue
Weizenernte auf 15 bis 16 Mio. t. Vor zwei Wochen hatte das ukrainische
Analystenhaus UkrAgroConsult die erwartete Gesamternte auf 45 Millionen Tonnen und
die Weizenernte auf 13,7 Millionen Tonnen geschätzt. Kurz zuvor hatte die
Analysten von ProAgro ihre Ernteprognose bei Weizen auf 14,3 Millionen Hektar
reduziert. Beide Unternehmen gingen jedoch von einer deutlich Ausweitung
des Maisanbaus und der Exporte aus, die bereits in diesem Jahr in 14
Mio. t erreichen könnten.
Damit würde die Ukraine mit Argentinien, der
Nummer zwei unter den Maisexporteuren, gleichziehen. Der Weizenexport
würde bei einer Ernte von knapp 14 Mio. t hingegen gegen Null tendieren.
Ukraine: Landwirtschaft (fast) ohne Fördergelder
Getreideausfuhr schwächt sich ab
Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die Ukraine bis Februar rund 12,5 Millionen Tonnen
Getreide exportiert. Im Monat Februar waren es wegen der logistischen
Probleme an den Exporthäfen nur noch 1,2 Mio. t , nach zwei Millionen Tonnen im
Januar. Von den bisherigen Exporten entfielen immerhin 6,95 Mio. t bzw.
knapp 60 Prozent auf Mais. Etwa 2,98 Mio. t des exportierten Getreides waren
Weizen, davon 1,64 Mio. t Brotweizen.
Gerste wurde in diesem Zeitraum
1,94 Mio. exportiert. Im letzten Jahr wurde im selben Zeitraum
lediglich 7,39 Mio. t Getreide ausgeführt. Davon waren jedoch 2,65 Millionen Tonnen Weizen (2,2 Mio. t Brotweizen) und nur zwei Millionen Tonnen Mais sowie 2,4 Mio. t
Gerste.
Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Wöchentliche Informationen zum Getreidemarkt und den Preisen finden Sie
unter Rubrik Marktfrüchte unter dlz-online ...
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